Was ist die Summe aus 4 und 7?

Verschiedenes über Krankheiten

Jvara – verschiedene Fieberarten

Ursachen und Entwicklung von vāta jvara

Von den acht Krankheiten, die ursprünglich aus Gier, Zorn und Bosheit hervorgegangen sind, ist jvara die Störung, die als erste in Erscheinung trat. Als direkte Ursachen für jvara kommen acht Faktoren in Betracht: vāta, pitta, kapha, vāta-pitta, vāta-kapha, pitta-kapha, tridoṣa und äußere Ursachen (Verletzung, Organismen, Flüche und mantras).

Durch Übermaß an Emesis, Purgation, asthapana (nichtöliges Enema), Kopfreinigung, Körperübungen; übermäßigen Gebrauch von rauhen, leichten, kalten Substanzen; fasten; Unterdrückung der Körperdränge; Verletzung; Aufregung; übermäßigen Geschlechtsverkehr; Sorgen; übermäßigen Aderlaß; ungewöhnliche, schlechte Körperstellungen und Nachtwachen kommt es zu einer Störung vāyus. Wenn der erregte vāta in den āmāśaya eintritt, sich dort mit der Hitze von agni vermischt und mit dem durch die Verdauung erzeugten rasadhatu forttransportiert wird, kommt es zur Blockierung der srotas, die sveda (Schweiß) und rasa transportieren.

Symptome bei vāta jvara

Da vayu agni von seinem Sitz im Verdauungstrakt fortgetragen hat, wird die Hitze des Verdauungsfeuers überall im Körper verteilt und so kommt es zu Fieber mit folgenden Symptomen: irregulärer An- und Abstieg der Körpertemperatur; Verstärkung des Fiebers nach der Verdauung, am Ende des Tages, am Ende der Nacht und am Ende des Sommers; Rauheit und Röte in Nägeln, Augen, Gesicht, Urin, Stuhl und Haut; wechselnde Schmerzen in verschiedenen Körperteilen; Taubheitsgefühl in den Füßen; Wadenkrämpfe; Lockerung der Gelenke; Schwäche in den Oberschenkeln; stechende, drückende oder schneidende Schmerzen in Brust, Seiten, Schultern, Rücken, Hüften, Schläfen; Kieferschwäche; herber Geschmack oder Geschmacksverlust; trockener Mund, Gaumen und Hals; Durst; Anorexie; Halsschmerzen; trockener Husten; Appetitlosigkeit; Verdauungsschwäche; Gähnen; Zittern; Erschöpfung; Entkräftung; Delirium; Insomnie; Überempfindlichkeit der Zähne. All diese Symptome können bei vāta jvara in Erscheinung treten.

Der Patient hat eine Vorliebe für heiße Dinge; der Zustand wird verschlimmert, wenn ätiologische Faktoren zur Anwendung kommen; der Zustand wird beseitigt durch Anwendung von Dingen, deren Eigenschaften konträr sind zu den ätiologischen Faktoren.

Pathogenese und Symptome bei pitta jvara

Pitta wird erregt durch übermäßige Einnahme von heißen, sauren, alkalischen und scharfen Substanzen; durch die Einnahme einer Mahlzeit während Indigestion; durch intensive Sonnenbestrahlung oder Hitze von Feuer; Erschöpfung; Zorn und irreguläre Diät.

Der angeregte pitta kommt mit agni im āmāśaya in Kontakt, folgt dann dem rasadhatu und behindert die Zirkulation von rasa und Schweiß, indem er die srotas verstopft. Er nimmt Hitze vom Sitz der Verdauung fort, verbreitet sich im ganzen Körper und verursacht so Fieber. Pitta schadet agni außerdem durch seine Eigenschaft der Flüssigkeit.

Es kommt zu folgenden Symptomen: Anstieg des Fiebers besonders während der Verdauung, mittags, nachts und im Herbst; Durst; scharfer Geschmack im Mund; Entzündung von Nase, Hals, Mund, Lippen und Gaumen; Schwindel; Ohnmacht; Diarrhoe; Abneigung gegen Nahrung; Erschöpfung; Delirium; Mattigkeit; Erscheinen von roten Flecken auf der Haut; Grün- oder Gelbfärbung von Nägeln, Augen, Gesicht, Haut, Urin und Stuhl; Hitze; intensives Brennen; Vorliebe für kalte Dinge; Verschlimmerung des Zustands durch die Einnahme solcher Dinge, die ätiologische Faktoren sind; Beseitigung des Zustands durch Anwendung von Dingen, die den ätiologischen Faktoren entgegengesetzt sind.

Ursachen und Symptome von shleshma jvara

Kapha wird angeregt durch die übermäßige Einnahme von fetten, schweren, süßen, schleimigen, kalten, sauren und salzigen Substanzen; durch Schlaf während des Tages und Mangel an körperlicher Betätigung.

Wenn der angeregte kapha in den āmāśaya (Magen) eintritt und sich mit agni vermischt und dann dem rasadhatu folgt, kommt es zu einer Blockierung der srotas von rasa und sveda. Kapha unterdrückt die Aktivität agnis, zieht Hitze vom Sitz der Verdauung fort und verbreitet sie im ganzen Körper.

Die Symptome von shleshma jvara sind: Fieber im ganzen Körper, besonders sofort nach Einnahme von Nahrung, vormittags, abends und im Frühling; Gefühl der Schwere; Appetitverlust; Speichelfluß; Nausea; süßer Geschmack im Mund; Erbrechen; Herzklopfen; Kältegefühl; übermäßiger Schlaf; Steifheit; Müdigkeit; Husten; Dyspnoe; Koryza; Weißfärbung von Nägeln, Augen, Gesicht, Haut, Urin und Stuhl; Quaddeln; Vorliebe für heiße Dinge;1 Verschlimmerung des Zustands durch ätiologische Faktoren; Beseitigung des Zustands durch gegensätzliche Faktoren.

sannipata und dvidoṣaja jvara

Ätiologische Faktoren, die zwei oder drei doṣas gleichzeitig anregen, sind fasten; irreguläre Mahlzeiten; plötzlicher Wechsel der gewohnheitsmäßigen Nahrung; Wetterstörungen; Inhalation von unangenehmen Gerüchen; Gebrauch von giftigem Wasser, giftigen Substanzen; Wohnen in der Nähe giftiger Materialien; falsche Anwendung von snehana, svedana, pañcakarma-Therapien; falsche Diät nach Entbindung und Vermischung mehrerer unter vāta jvara etc. genannter ätiologischer Faktoren. Sie erzeugen Fieber mit gemischten Symptomen, die Aufschluß über die Art des Fiebers geben: vāta-pitta, vāta-kapha, pitta-kapha bzw. sannipata jvara.

Ursachen und Merkmale von agantu

Die achte Art von Fieber, agantu (exogenes Fieber), wird verursacht durch abhighataja jvara (Verletzung im Kampf); abhishangaja jvara (Organismen und Emotionen); abhishapa (Verfluchung) und abhicara (Besessenheit).2 Agantu beginnt mit Schmerzen, danach manifestieren sich die spezifischen Symptome der erregten doṣas. Bei abhigataja jvara wird vāta im beeinträchtigten Blut erregt; bei abhishangaja jvara werden vāta und pitta beeinträchtigt3 und bei jvara, das durch Verfluchung und Besessenheit verursacht worden ist, alle drei doṣas.

Das exogene Fieber unterscheidet sich von den anderen sieben Arten durch seine spezifischen Symptome, Ätiologie und Therapie. Die Therapie besteht in yajñas und anderen spirituellen Handlungen und in rationaler Therapie wie fasten, Einnahme leichter Diät etc.

Prodrome von jvara

Symptome, die der Manifestation von jvara vorausgehen, sind: Gliederschwere, Geschmacksverlust, Abneigung gegen Nahrung, Schlaflosigkeit, übermäßiger Schlaf, Gähnen, Zittern, Schwindel, Unwohlsein, Erschöpfung, Delirium, Überempfindlichkeit der Zähne, wechselnde Empfindlichkeit gegen Kälte, Wind, Sonne und Geräusche; Anorexie, Indigestion, Entkräftung, Gliederschmerzen, verminderte Vitalität, Lethargie, Mattigkeit, Verminderung normaler Aktivitäten, Abneigung gegen berufliche Tätigkeit, Gleichgültigkeit gegenüber eigenen Pflichten, Abneigung gegen Kinder, Mißachtung von Personen, die Respekt verdienen, Abneigung gegen Süßes und Vorliebe für Saures, Scharfes und Salziges. Diese Symptome erscheinen vor dem Anstieg der Körpertemperatur und bestehen weiter während des Pyrexiestadiums.

Ursprung und Effekt von jvara

Jvara ist eine Manifestation des Zorns von Maheshvara (Shiva), jener Gottheit, die am Ende eines Weltzyklus die Zerstörung des Universums besorgt. Jvara trat das erste Mal in Erscheinung, als vor unvordenklich langer Zeit bei einem yajña der von falschem Stolz verblendete Prajapati Dakṣa sich erdreistete Śrī Śiva zu schmähen.4

Fieber nimmt das Leben fort, verursacht Störungen in Körper, Sinnen und Geist und vermindert Intelligenz, Stärke, Ausstrahlung, Freude und Begeisterung. Es verursacht Erschöpfung, Müdigkeit, Verwirrung und Beeinträchtigung der Nahrungsaufnahme und Verdauung. Es wird jvara genannt, da es dem Körper Leiden bringt. Keine andere Krankheit ist so ernst, so kompliziert und schwer zu kurieren wie diese. Es ist der König aller Krankheiten. Alle Lebewesen werden mit Fieber geboren und sterben mit Fieber. Es ist die große Verwirrung, durch deren Einfluß die Lebewesen unfähig werden, sich an ihr früheres Leben zu erinnern.

Therapie bei jvara

Während des Stadiums von purvarupa oder im Anfangsstadium von jvara ist die Einnahme leichter Nahrung oder fasten nützlich, da āmāśaya (der Magen bzw. ein Teil des Magens) der Sitz des Ursprungs dieser Krankheit ist. Danach sollten dem Patienten snehana, svedana, abhyanga, Emesis, Purgation, Enemas, nasya, Rauchen; Einnahme von Dekokten, Getränken, Milch und diätetische Regimes entsprechend seines doṣa-Zustands verordnet werden.

Für Krankheiten, die vom āmāśaya ausgehen, besteht die Therapie gewöhnlich in der Verabreichung von pacaka (Drogen, die āma ausreifen helfen), als auch in Emesis und Desaturation. Deshalb verordnen Ärzte Fieberpatienten meistens die Einnahme von heißem Wasser. Dadurch wird vāta ausgeleitet, agni stimuliert und kapha ausgetrocknet. Patienten, die unter stark erregtem pitta oder Brennen, Diarrhoe, Schwindel, Delirium leiden, sollte jedoch kein heißes Wasser verordnet werden, denn dadurch würden sich diese Symptome weiter verschlimmern. In dieser Situation sind kalte Substanzen hilfreich. Für Krankheiten verursacht durch Kälte sind heiße Dinge nützlich und für Krankheiten verursacht durch Hitze sind kalte Dinge nützlich.

Bei allen Arten von jirna jvara (chronisches Fieber) ist die Einnahme von Ghrita (Butterfett) gekocht mit Drogen, die vāta, pitta oder kapha beseitigen, empfehlenswert. Ghṛta besänftigt vāta aufgrund seiner Fettigkeit, pitta aufgrund seiner Kälte und kapha aufgrund der Zubereitung (mit kapha-vermindernden Drogen). In allen Arten von jirna jvara ist Ghṛta segensreich wie Wasser für Dinge, die von Feuer gebrannt werden. Kein anderes Fett empfängt die Qualitäten von mit ihm verarbeiteten Drogen so wie Ghṛta und deshalb wird Ghrta als das beste aller Fette angesehen.

Anmerkungen

1 Wie wir sehen ist die Vorliebe des Patienten für bestimmte Dinge während der Erkrankung als Symptom und Indikator bei der Diagnose von Bedeutung.

2 In Kapitel 8.6–8.11 dieser Sektion werden verschiedene Arten von Besessenheit durch Geister etc. behandelt.

3 durch Zorn wird pitta erregt und durch Kummer und sexuelle Lust vāta

4 Nachzulesen ist dieses Ereignis im Srimad-Bhagavātam, Mahabharata und anderen vedischen Schriften.

(Textauszug aus dem Werk AYURVEDA-LEHRBUCH – Caraka-Saṃhitā-Kompendium, Nidana 9.1–4)